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Protokoll über die erste Innungsversammlung der freien Innung für Klempner, Installateure und verwandte Gewerbe zu Trier am 25. September 1912.

Die rechtsgültige Gründung der Innung erfolgte am 25. September 1912.

Hierzu wurde in einem Rundschreiben zu einer Gründungsversammlung am 25. September 1912 in das Bavaria am Viehmarktplatz um 08:30 Uhr eingeladen. Die Versammlung wurde um 09:20 Uhr durch den als Vertreter der Unteren Verwaltungsbezirks bekannten Stadtsekretär Kern eröffnet. Anwesend waren 11 Personen. Den Anwesenden wurden die Bestimmungen des Statutenentwurfs vorgelesen und hiernach zur Wahl der Vorstandsmitglieder geschritten. Als Stimmzähler wurde Oskar Michaelsen, Trier ernannt.

Nachdem das Statut für die freie Innung der Klempner, Installateure und verwandte Gewerbe für den Stadt und Landkreis Trier die Genehmigung des Bezirksausschusses erhalten hat, wurden die Unterzeichner des Statuts durch besonderes Schreiben vom 16. September ds. Js. für heute abend 8 ½ Uhr behufs Vornahmen der Vorstandswahl zu einer Versammlung im Saale des Restaurant Bavaria Viehmarktplatz hierselbst eingeladen.
Die Versammlung wurde um 9,20 Uhr durch den als Vertreter der unteren Verwaltungsbehörde entsandten Stadtsekretär Kern eröffnet. Anwesend waren 11 Personen.
Den Anwesenden wurden die Bestimmungen des Statutenentwurfs vorgelesen und hierauf zur Wahl der Vorstandsmitglieder geschritten. Als Stimmzähler wurde Herr Oskar Michaelsen ernannt.
Von den für die Wahl des Vorsitzenden (Obermeisters) durch verdeckte Stimmzettel abgegebenen Stimmen entfielen auf Peter Querbach 7, Oskar Michaelsen 3, Hernrich Langen 1 St.
Hierdurch ist das Mitglied Peter Querbach gewählt. Der Gewählte erklärte sich zur Annahme der Wahl bereit.
Bei der Wahl des Stellvertr. Obermeisters erhielten Heinrich Langen 9, Oskar Michaelsen 1, Friedrich Hofner 1 St.
Somit ist Mitglied Langen gewählt.
Von den für die Wahl von 5 weiteren Mitliedern abgegebenen Stimmen entfielen auf Friedrich Hofner 10, Michael Kasel 9, Heinrich Scharntke 8, Adolf Arnold 7, Oskar Michaelsen 7 Stimmen.
Die gewählten nahmen die auf sie gefallene Wahl an.
Bei der nunmehr durch den Vorstand vorgenommenen Verteilung der übrigen Innungsämter wurden bestimmt: M. Kasel Kassierer, Oskar Michaelsen Schriftführer, Friedrich Hofner Stellvertreter, Heinrich Scharntke Beisitzer und A. Arnold desgl.
Nachdem noch einige Innungsangelegenheiten besprochen waren, wurden die Geschäfte an den Vorstand abgegeben und die Versammlung um 10,45 geschlossen.

gez. Kern, Stadtsekretär

Die Gründer der freien Innnung 1912

Die Gründer der freien Innung für Klempner, Installateure und verwandte Berufe am 18. März 1912.

Rechtsgültige Gründung am 25. September 1912.

  • Adolf Arnold, Trier
  • Peter Brandscheid, Trier
  • Franz Esperstedt, Trier
  • Peter Grünewald, Trier
  • Josef Herrmann, Trier
  • Aloys Hoffranzen, Trier
  • Nikolaus Horst, Trier
  • Fritz Höfner, Trier
  • Michael Kasel, Trier
  • Peter Kasel, Trier
  • Heinrich Langen, Trier
  • Oskar Michaelsen, Trier
  • Ludwig Millen, Trier
  • Theodor Mutsch, Trier
  • Josef Ottermann, Trier
  • Gustav Pesé, Trier
  • Peter Querbach, Trier
  • Johann Baptist Roller, Trier
  • Heinrich Scharntke, Trier
  • Friedrich Theisen, Trier
  • Johann Baptist Thönnes, Trier
  • Johann Weisgeber, Trier

Vom Klempner zum Installateur und Heizungsbauer:

Ende des 19. Jahrhunderts fand das Kokereigas seinen Weg in die Häuser der Städte. Das Gaslicht ersetzte Kienleuchten und Kerzen; die Städte wurden beleuchtet. Eine neue Kanalisation ersetzte die mittlerweile zur Plage gewordenen Abwassersysternen an jedem Haus.

In dieser Zeit erlebte auch das Klempnerhandwerk einen großen Wandel,

Es entstand jetzt umfangreiche, neue Aufgabengebiete, dessen sich die Klempner annahmen. Rohrleitungsbau für Abwasser, Installation von Wasserversorgung, Gas- und schon um die Jahrhundertwende von Dampf- und Warmwasserheizungen. In vielen Fabriken wurde Druckluft benötigt. Rohrpostleitungen kamen zum Einsatz.

Mit Wegfall der Systernen und Abwasserleitungen durch die Häuser, konnten die meist im Treppenhaus aufgestellten Trockenklosetts nun innerhalb der Wohnungen durch moderne Wasserklosetts ersetzt werden. Jetzt war auch das Bad in der Waschküche nicht mehr „in“. Erst kleine, später komfortable Badezimmer fanden nun ihren Platz in den Wohnungen.

Die erfahrenen Installateure hatten nicht mehr nur die Aufgabe, Lehrlinge auszubilden und Gesellen Arbeit und Brot zu geben, jetzt mussten sie selbst wieder neue Techniken lernen und begreifen.

 

Waren seit alters her die Handwerker in Gilden und Zünften zusammengeschlossen, um ihre Interessen wahrzunehmen, so verlangen jetzt die moderenen Techniken Schulungen und Weiterbildungen. Das ging am Besten in der Gruppe. Installateure und Heizungsbauer schlossen sich in Innungen zusammen; hier in Trier um 1912. Zuständig für die Verwaltung der Innungen waren die entstandenen Kammern. Für Trier war das die Handwerkskammer Saarbrücken.

Kurz nach der Gründung kam aber der Weltkrieg über das Land, danach Besatzung, Inflation und dann noch die Weltwirtschaftskrise. Alles schlecht für eine gute Entwicklung des Innungslebens. Trotz aller Not wurde bereits 1935 eine Werbegemeinschaft der Innung mit den Stadtwerken Trier ins Leben gerufen. Die Gasversorgung sollte das Leben in der Stadt erleichtern. So wurden in einer großen Werbeaktion Gasherde und sogar schon Warmwasserbereiter angeboten. Der absolute Verkaufsschlager war aber ein Gaskühlschrank mit dem Werbespruch: „Eis durch Hitze / mach keine Witze / wie geht das? / Na, einfach durch Gas“.

 

Nach 1945 ging es erst langsam voran. Die Innungskollegen fanden sich langsam wieder zusammen. Neue Materialien kamen auf den Markt, in den Innungen wurden Werksschulungen durchgeführt. 1969 kam dann die Umstellung von Kokereigas auf Ferngas. Das war nicht nur für die Stadtwerke, sondern auch für die Installateure eine große Herausforderung, denn alle Gasgeräte mussten auf die neue Technik umgestellt werden.

1986 erfolgte dann innerhalb der Innung die Gründung einer großen Werbegemeinschaft. Erstmalig konnten nun gemeinsam mit dem Großhandel den Kunden neue Qualitätsprodukte angeboten werden. Diese Entwicklung führte nach knapp 10 Jahren dahin, dass viele Kollegen eine eigene Verkaufsausstellung eröffneten.

Heute sind Installateure und Heizungsbauer mit Kundendienst und Wartung komplizierter technischer Geräte genauso gefordert, wie mit Neuanlagen. Hier leistet die Innung u. a. durch Schulung der Handwerker einen entscheidenden Beitrage zum heutigen Qualitätsstandard.

nach einem Beitrag von Walter Langen

Obermeisterwahlen nach 1945: Klempner- und Installateurinnung Trier

27.02.1950 Theo Jakobi
19.02.1954 Hans Weisgerber
10.12.1976 Walter Langen
19.05.0992 Jürgen Weisgerber
seit 09.04.2003 Helmut Gosert

Die Zentralheizungs- und Lüftungsbauer hatten sich 1953 von der o.a. Innung gelöst, um die
besonderen Belange besser vertreten zu können.

21.05.1953 Hermann Erdmann
04.05.1957 Wilhelm Weigand
17.11.1960 Alfons Esperstedt
14.04.1969 Otto Weckmüller
25.02.0972 Hermann Hambach
19.03.1980 Karl Hilgers
15.04.1982 Hermann-Josef Baro
24.04.1992 Albert Baltes

Fusion der ZKL-Innung und der SHK-Innung

Am 08.02.2000 erfolgte in einer Innungsversammlung der SHK Innung Trier/Saarburg die Fusion der im Einzugsgebiet ansässigen Zentralheizungs- und Lüftungsbauer mit den Handwerkern der Sanitär Heizung Klima Innung Trier/Saarburg.