Die Bundesagentur für Arbeit bietet für Azubis, die eine betriebliche Berufausbildung absolvieren die sogenannte „ausbildungsbegleitende Hilfen“ (abH) an, d. h.
Der Unterricht dauert je nach
Bedarf 3 bis 8 Stunden in der Woche.
Er findet meistens außerhalb der
Ausbildungszeit statt.
In Trier ist für
gewerblich-technische Berufe folgende Institution Träger dieser Maßnahmen:
Weitere Informationen gibt es bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur.
Im August 2010 begann Ronald Stick eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Dafür hatte er sich schon lange vorher engagiert – in einem Praktikum, ein Jahr lang, jeden Mittwoch. Daher wusste er genau, was ihn erwartet. „Die Ausbildung ist unheimlich vielseitig“, schwärmt er. „Ich mache ständig etwas anderes. Heizungsanlagen interessieren mich aber besonders.“ Im Moment ist Roland auf einer Großbaustelle eingesetzt. Ein ganz neues Gebäude entsteht, und Roland lernt viele Arbeitsbereiche kennen. Er zeigt auf die Rohre, die an den Wänden verlaufen. „Löcher bohren, verdübeln und die Rohre verlegen. Das kann ich ja schon ganz gut.“ Der Meister steht neben ihm und grinst. „Na, dann kannst du bestimmt auch neue Lüftungskanäle holen.“ Roland lacht, er mag die lockere Atmosphäre, die zwischen seinen Kollegen herrscht, und natürlich läuft er dann die Treppen hinunter, um die Bauteile zu besorgen.
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„Es macht mich nicht nervös, wenn mir jemand bei der Arbeit über die Schulter guckt“, sagt der Auszubildende. „Es klappt ja gut. Überhaupt arbeite ich sehr gerne mit meinen Händen.“ Mit handwerklichem Geschick allein ist es aber nicht getan. „Die Berufsschule ist ganz schön schwer“, erzählt Ronald, „zum Beispiel die Formeln, wie man die Biegung von Rohren berechnet, und jede Stunde kommt ein neues Thema dran.“ Ohne ein gutes Verständnis für Mathe geht es also nicht. Außerdem lernen SHK-Auszubildende den Umgang mit moderner Anlagentechnik. Vom Solarmodul über Brennwerttechnik bis zur Wärmepumpe reicht die Palette der Systeme, die der SHK-Spezialist einbauen und warten kann. Damit bedeutet Rondalds Arbeit immer auch Einsatz für den Klima- und Umweltschutz. Für die Prüfung nach dreieinhalb Jahren muss Rondald ein Kundenprojekt vollständig alleine abschließen können, aber das schreckt ihn nicht ab. Im Gegenteil: „Ich möchte versuchen, die Ausbildung auf drei Jahre zu verkürzen.“
Am Tag danach fährt Ronald mit einem Kollegen zu einem Privathaushalt. Bei Beratungsgesprächen mit Kunden war er schon häufiger dabei, neu ist für ihn aber die Arbeit, die vor Ort gemacht werden muss: Die Kunden lassen ein Dusch-WC einbauen. Bei dieser Mischung aus Toilette und Bidet wird ein Wasserstrahl zum Reinigen elektronisch gesteuert. „Wie man Waschbecken anbringt, weiß ich, aber das?“ Den Einbau übernimmt ein erfahrener Geselle, und Ronald geht ihm zur Hand. Am Ende darf er die Elektronik prüfen – alles funktioniert. Anschließend geht es direkt weiter zum nächsten Kunden: Ein Routine-Auftrag, die Wartung der Ölheizung ist fällig. Wieder zeigt der Geselle, wie Ronald das Gehäuse am besten reinigt, während er selbst überprüft, ob alle Leitungen noch dicht sind und das Gerät einwandfrei arbeitet. Das wird Ronald später auch lernen, und er wird Heizungsanlagen eigenständig konzipieren und einbauen. Dann kann er Kundenaufträge selber ausführen. „Die Vielseitigkeit ist wirklich toll“, sagt er. „Außerdem hat man gute Chancen in diesem Beruf. Ich kann mir schon vorstellen, mich weiterzubilden oder vielleicht mal meinen Meister zu machen.“ Bis dahin ist aber noch ein bisschen Zeit. Am nächsten Morgen wird er erst einmal zu einer neuen Baustelle fahren.